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Felix Klingenthal

Salzkotten.  Seine Schaffenskraft, seine Ideen und sein Weitblick wirken bis heute nach und werden das auch in kommenden Generationen noch tun.

Am 21. Februar wäre Felix Klingenthal 100 Jahre alt geworden. Der Ehrenbürger gehört »zu den prägendsten Persönlichkeiten, die die Stadt Salzkotten hervorgebracht hat«, unterstreicht Bürgermeister Ulrich Berger.

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(Foto mit freundlicher Genehmigung von Frau Hedwig Klingenthal)

Erfolgreicher Kaufmann und Unternehmer, Kommunalpolitiker und Landrat, Funktionär, Freund und Förderer zahlreicher Vereine und Projekte und in besonderem Maße Schützenbruder – die Aufzählung ließe sich noch viel weiter fortsetzen. »Er war ein außergewöhnlicher Mensch«, bringt Rudolf Keuper, Ehrenbrudermeister der St.-Johannes-Schützenbruderschaft Salzkotten, Leben und Wirken Klingenthals auf die kürzeste Formel.

Nach einem erfüllten Leben an der Seite seiner Ehefrau Hedwig war Felix Klingenthal am 25. April 2002 im Alter von 83 Jahren in seiner geliebten Heimatstadt Salzkotten gestorben. Wer ihn kannte, schätzte seine menschliche Wärme, seinen unverwechselbaren Humor und weiß außerdem, dass sich Felix Klingenthal immer ganz besonders darüber freute, wenn er anderen Freude machen und helfen konnte.

Als junger Mann war er  in das Familienunternehmen Klingenthal eingestiegen. In den Kriegsjahren wurden bis auf das Stammhaus in Salzkotten und die dortige Westfälische Textil-Gesellschaft Klingenthal

(WTG) alle Standorte des Unternehmens zerstört. Am Wiederaufbau und an der späteren Expansion war Felix Klingenthal maßgeblich beteiligt. Nach dem Tod des Seniorchefs Franz Klingenthal wurden die Söhne Ferdinand

(*1909) und Felix die Gesellschafter der Klingenthal-Unternehmen.

Bau des Kaufhauses (1958) an der Langen Straße in Salzkotten, Weiterententwicklung der WTG, Gründung der Minipreis-Läden GmbH, Errichtung des Südring-Centers in Paderborn und anderes mehr sind nur einige Meilensteine, die mit dem Namen Felix Klingenthal verbunden sind.

Mehr als ein halbes Jahrhundert gehörte er dem Vorstand der St.-Johannes-Schützenbruderschaft Salzkotten an, war 1951 Schützenkönig, wurde 1957 zum Oberst gewählt, 1968 zum Kreisschützenoberst, 1987 sogar zum Bundesschützenmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, den Klingenthal organisatorisch neu aufstellte.

Alle Verdienste, alle Ämter, alle Ehrungen rund um den  Schützenbruder Felix Klingenthal auflisten zu wollen, würde an dieser Stelle schier den Rahmen sprengen.

Aus Salzkottener Sicht herausragend war die Initiative zur Gründung des Vereins Altenwohnheim unter dem Dach der St.-Johannes-Schützenbruderschaft. »Wir müssen uns der Tradition würdig zeigen durch die Tat«, sagte Felix Klingenthal einst. Seine Idee: Bau und Unterhaltung von Altenwohnheimen für ältere, sozial schwächere Mitbürger zu besonders günstigen Mieten. So wurden in Salzkotten die Altenwohnheime am Luisenweg (1967), an der Kokelake (1971) und an der Klingelstraße (1995/96) unter großer Eigenleistung der Schützenbrüder errichtet. Dass eine Schützenbruderschaft in Eigenregie 24 mietgünstige Altenwohnungen gebaut hat und auch unterhält, gilt in Deutschland als einmalig.

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»Seinem unternehmerischen Denken und Handeln ist es zudem zu verdanken, dass die Vielfältigkeit der ehrenamtlichen Arbeit der St.-Johannes-Schützenbruderschaft Salzkotten sich auch auf den Bereich Hallenbau und Hallenbauunterhaltung erweiterte«, erinnert Bürgermeister Berger. Der Bau der damaligen Stadthalle (der heutigen Sälzerhalle) ist insofern ebenso auf Felix Klingenthal zurückzuführen, wie viele andere Projekte, von denen oft nur ältere Salzkottener  noch wissen, dass Felix Klingenthal dahintersteckte und oft als Privatmann die Förderung übernahm.

 Stiftung der Bürgermeisterkette, Mitfinanzierung des Wiederaufbaues des Gradierwerkes (1997), Urbarmachung des Geländes der alten Hederkampfbahn in seiner Zeit als Vorsitzender des VfB Salzkotten, Mitgründung  der Salzkottener Schießsportabteilung samt Anbau an die Halle, Förderung des Verkehrsvereins Salzkotten als Ausrichter großer Feste  in der Stadt und vieles mehr sind nur Stichworte.

Felix Klingenthal, Träger des Bundesverdienstkreuzes (1974) sowie zahlreicher weiterer bedeutender Auszeichnungen, hat seine Leidenschaft zur Unterstützung des Gemeinwohls über  Landesgrenzen hinweg getragen.

1967 legte er den Grundstein für die spätere Städtepartnerschaft zwischen Salzkotten und der Tiroler Gemeinde Seefeld. Dort war er 1995 zum »Bürger von Seefeld« ernannt worden, unter anderem in Dank und Anerkennung verschiedener vielfacher Förderungen – von der Bürgermeisterkette bis zur Sanierung der Orgel in der Pfarrkirche im Zentrums Seefelds.

Am Mittwochabend  legten Salzkottener Schützen am Grab ihres herausragendsten Mitgliedes auf dem Friedhof in Salzkotten einen Kranz nieder.

(Text und Fotos: Jürgen Spies / Westfälisches Volksbalt vom 21.2.2019)

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