„Wir haben einfach Bock ohne Ende“ – Interview mit dem Kreiskönigspaar
Fünf Tage vor dem Kreisschützenfest blicken David Käuper und Sabrina Bohr auf ihre Regentschaft im Altkreis Büren zurück, teilen ihre Erfahrungen und schauen auf den Höhepunkt am kommenden Wochenende. Die Fragen stellte Pressewart Johannes Oeldemann.
In fünf Tagen ist es so weit: Das Kreisschützenfest 2026 startet. Als Kreiskönigspaar werdet ihr im Mittelpunkt stehen. Was überwiegt gerade bei euch: das Zittern vor dem großen Event oder die Vorfreude auf ein einmaliges Erlebnis?
Sabrina: Ganz klar die Vorfreude.
David: Ja, auf jeden Fall die Vorfreude. Man hat jetzt noch fünf Tage und es geht in die Zielgerade. Es ist kurz vor zwölf, könnte man sagen. Also ich denke, wir haben Bock und es geht gut voran.
Als ihr vor einem Jahr zum Kreisschützenfest nach Büren gefahren seid, stand da der Plan schon fest – nach dem Motto „Wir holen das Ding nach Salzkotten“ – oder war das eher eine spontane Entscheidung?
Sabrina: Nein, nein, das war keine spontane Entscheidung. Es war schon durchdacht und geplant.
David: Ich glaube, spontan kann man das mit dem Kreisschützenfest wohl gar nicht mehr machen. Da waren der Vorstand, der Hofstaat und die Familien alle schon involviert, dass man draufhalten möchte. Und wie man sieht, hat’s ja auch geklappt.
Für beinahe zehn Monate wart ihr nach dem erfolgreichen Königsschuss beides: Salzkottener Königspaar und Kreiskönigspaar. Wie war das, wenn ihr andere Schützenfeste besucht habt: Seid ihr eher als Kreiskönigspaar oder als Salzkottener Königspaar begrüßt worden?
David: Oh, das ist gar nicht so einfach zu sagen. Also außerhalb des Stadtgebiets sind wir eigentlich immer als Kreiskönigspaar eingeladen worden. Innerhalb des Salzkottener Stadtgebiets, das kann man schon sagen, stand am Anfang mehr der Salzkottener Hofstaat im Vordergrund. Aber seit dem diesjährigen Salzkottener Schützenfest war es damit ja dann vorbei, und dann wurden wir natürlich nur noch als Kreishofstaat begrüßt. Meistens war es irgendwie immer ein bisschen verbunden, aber außerhalb des Stadtgebiets, glaube ich, wurden wir eher als Kreishofstaat wahrgenommen.
Wie viele Schützenfeste habt ihr zwischen September letzten Jahres und dem diesjährigen Kreisschützenfest besucht? Welches ist euch in besonderer Erinnerung geblieben?
Sabrina: Das waren einige. Gestern haben wir sie für das Interview mit der Zeitung zusammengezählt. Wenn wir das Kreisschützenfest noch dazuzählen, dann sind es 37.
David: Was uns in besonderer Erinnerung geblieben ist? Dass wir immer herzlich begrüßt wurden. Wenn wir ein besonderes Highlight nennen sollen, dann vielleicht die Planwagenfahrt nach Verne. Die haben wir letztes Jahr, als wir Salzkottener Königspaar waren, zum Schützenfest in Verne gemacht. Und das Gleiche haben wir in diesem Jahr wiederholt – und das war schon echt cool und ist so eine Erinnerung, die bleibt, weil man weiß, man hat das irgendwie einmal als König gemacht und dann noch mal als Kreiskönig. Aber es gibt nicht ein Fest, das aus allen anderen herausragt. Es sind so viele Feste gewesen, bei allen hat es einfach Spaß gemacht, das kann man sagen. Es war richtig schön!
Gab es in dem Jahr eurer Regentschaft etwas, womit ihr nicht gerechnet hättet?
David: Also am meisten überrascht hat uns die große Unterstützung, die wir von allen Seiten erfahren haben. Man denkt ja, wenn man so etwas macht und das KSF nach Salzkotten holt, dann stehen alle dahinter und man sagt das und denkt das ja auch vorher. Aber wie das am Ende dann wirklich war oder jetzt gerade ist, das kann man gar nicht in Worte fassen. Das haben wir schon so oft in den letzten Tagen und Wochen gesagt. Das ist nicht selbstverständlich, dass die Unterstützung so groß ist, nicht nur von der Bruderschaft, sondern aus dem ganzen Ort.
Sabrina: Ja, genau, dass die alle mitziehen. Da kann man nur staunen und allen Respekt zollen, weil es so viele gibt, die hier Tag und Nacht auf dem Festplatz sind, die einfach nichts anderes mehr machen. Und klar, bei uns wird das so ein bisschen erwartet, dass man sich da voll reinhängt. Aber es gibt so viele andere, die vielleicht auch gar nicht in der Bruderschaft sind, sondern einfach aus der Stadt Salzkotten kommen, die sind hier auch mit dabei, und das teilweise viele Stunden. Echt Wahnsinn, das kann man eigentlich nicht in Worte fassen.
Ihr beide und der ganze Hofstaat habt euch ja auch um das Merchandising für das KSF gekümmert. Von wem stammten die Ideen für die verschiedenen Produkte? Und wie viele Stunden habt ihr da investiert?
David: Natürlich haben wir uns da engagiert, aber es gibt auch eine entsprechende Arbeitsgruppe für das Marketing, wie bei allen anderen Arbeitsgruppen auch. Innerhalb der Arbeitsgruppe haben wir dann noch mal so ein 4-5er-Team gebildet und haben uns dann mit der Firma zusammengesetzt, die die Artikel herstellt. Und mit denen haben wir dann eine Auflistung gemacht: Was können wir nehmen, was wollen wir nehmen? Das haben wir dann natürlich auch mit der großen Arbeitsgruppe besprochen. Wir wollten jetzt nicht ganz groß ausholen, sondern schon ein bisschen bei dem bleiben, was man auch auf anderen Festen so sieht, aber doch auch die eine oder andere Besonderheit anbieten. Und ich denke, das haben wir ganz gut hingekriegt. Wie viele Stunden das insgesamt waren, lässt sich kaum sagen, sicher einige Stunden: praktisch jedes Wochenende, wenn der Shop in der Ewertstraße geöffnet war, und natürlich auch noch bei vielen anderen Gelegenheiten, wenn wir die Merchandise-Produkte bei Stadtfesten oder Ähnlichem verkauft haben. Dann kamen auch echt viele Bestellungen rein, viel über E-Mail, aber auch Telefonate waren natürlich gang und gäbe. Also es sind schon viele Stunden, aber es hat eben auch Spaß gemacht und macht immer noch Spaß.
In den letzten Wochen stand die Vorbereitung des Festplatzes auf der Agenda der Schützenbruderschaft. Die Arbeit wurde ja auf viele Schultern verteilt. Welche Rolle hattet ihr dabei?
David: Das war und ist wirklich etwas, wo alle zusammen angepackt haben. Da gab es keinen bestimmten Punkt, wo es hieß, okay, du machst jetzt nur noch das oder Sabrina macht das und ich mache das. Wir sind einfach hier und helfen, egal, um was es geht. Natürlich war es bei mir berufsbedingt klar, dass ich mich mehr um Installationsarbeiten gekümmert habe. Aber ansonsten hilft man mit, wo gerade jemand gebraucht wird, egal, ob das jetzt Pflastern oder etwas Aufbauen oder eben Tischeputzen ist.
Sabrina: Wir Frauen helfen dann noch beim Deko-Team mit. Das steht dann vor allem in den nächsten Tagen an.
Vier Tage KSF sind nun greifbar nahe. Auf welche Programmpunkte freut ihr euch am meisten?
David: Eigentlich auf alle. Auf was ich mich nicht so freue, ist das Vogelschießen, denn wenn der Kreisvogel abgeschossen ist, dann ist es für uns ja vorbei. Ansonsten ist natürlich der Festumzug schon etwas Besonderes. Das ist schon echt eine coole Nummer, so etwas zu erleben: wenn man durch den Ort marschiert und sieht, wie viele Leute dann da stehen und zuschauen. Deswegen denke ich, ist das schon so die Hauptattraktion. Aber grundsätzlich freuen wir uns auf das ganze Wochenende. Wir haben einfach Bock ohne Ende.
Wenn ihr noch mal auf euer Jahr als Kreiskönigspaar zurückschaut: Was war das schönste Erlebnis?
David: Mmh, das ist schwer zu sagen. Ein einzelner Moment? Also wenn man das auf das ganze Kreiskönigsjahr bezieht, dann ist das für mich ganz klar der Königsschuss – der Moment, als der Rest des Vogels runtergefallen ist. Also der Schuss und alles, was dann folgt. Das war einfach unbeschreiblich.
Sabrina: Die Erfahrung, die wir durch dieses Jahr als Kreiskönigspaar gemacht haben, nicht nur wir, sondern der ganze Hofstaat, das nimmt uns keiner mehr. Das ist einfach so. Also es gab viele schöne Momente, sehr viele.
Und wenn ihr dem neuen Kreiskönigspaar einen Ratschlag geben dürftet, wie würde der lauten?
Sabrina: Ihr braucht viele Urlaubstage (lacht). Ach, so ein Ratschlag ist immer schwierig zu geben, weil ja jede Person anders ist. Das Wichtigste ist vermutlich, einfach voller Vorfreude in das Jahr zu gehen. Und wenn es mal stressig wird, dass man dann sagt, komm, wir müssen heute noch enger zusammenrücken und wir rocken das jetzt auch noch, wie auch immer. Aber ansonsten…
David: Es ist schwierig zu sagen, was man da so als Rat gibt. Wenn der Vogel erst mal unten ist, dann rutscht man auch ein bisschen in so einen Trott rein. Wenn der nächste Kreiskönig genauso tickt wie ich und einfach Bock darauf hat, dann soll er mit seinem Vorstand sprechen und dann einfach mal machen. Mit vereinten Kräften kann man das schon meistern. Und natürlich bekommt man auch Unterstützung von den Ausrichtern des vorherigen Festes. Wir haben auch schon Hilfe angeboten bei dem einen oder anderen, der uns kontaktiert hat. Den Königen, die Kreiskönig werden wollen, habe ich auch schon gesagt, wir unterstützen euch da auf jeden Fall und wir können uns gerne mal nach dem KSF zusammensetzen. Aber erst wollen wir jetzt mal feiern – und sind gespannt, wer den Vogel runterholen wird.
Danke für das Gespräch und genießt nach all der Arbeit das bevorstehende Fest!

